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Das Nice-Guy-Syndrom

Männer, die im Privatleben übermäßig freundlich und respektvoll sind, werden von Frauen sehr geschätzt, allerdings nur als „guter Freund“. Hier spricht man von dem Nice-Guy-Syndrom. Frauen finden Männer sexuell unattraktiv, die ständig nur als der Nette und Harmoniesuchende agieren und Konfrontationen stets ausweichen. Wenn man eine Frau das Tief deutlich spüren lässt, wird Sie das Hoch aufgrund des Kontrastprinzips mehr zu schätzen wissen und sich danach sehnen, d.h. Sie wird sich mehr verlieben…

Da die Mehrzahl der Männer, zumindest bis zu einem gewissen Grad, diesem Schema des verständnisvollen, rücksichtsvollen Freundes entspricht ist es wichtig, sich dieses automatisierte Verhaltensprogramm bewusst zu machen und ihm entgegenzuwirken. Suchen Sie im Umgang mit attraktiven Frauen „Konfrontationssituationen“. Ziel ist es dabei, nicht aus Rücksichtnahme den Vorstellungen und Erwartungen der Frau zu entsprechen, sondern quasi „seinen Mann zu stehen“ und sich Konfrontationen zu stellen.

Beispielsituationen:

- Die Partnerin droht nach einer Streitigkeit beleidigt zu sein. Halten Sie die starken Emotionen aus, anstatt immer klein beizugeben.

- Eine attraktive Frau bittet Sie um einen Gefallen, den Sie eigentlich nicht tun wollen. Sagen Sie Nein, auch zu attraktiven Frauen.

Wissenschaftliche Erklärung:

Verhaltensbiologisch gesehen, handelt es sich beim „Vermeidungsverhalten“ um eine erlernte Furchtreaktion, welche sich durch klassische und operante Konditionierung manifestiert (vgl. Mowrer und Miller, 1951). Durch das Vermeidungsverhalten wird einer potentiellen Negativsituation sozusagen präventiv ausgestellt. Physiologisch wird eine derartige Vermeidungsreaktion belohnt (Hormonausschüttung), was zu einer so genannten negativen Verstärkung des Verhaltensprogramms führt. Dieses Verhaltensprogramm hat sich entwickelt, da es in verschiedenen Situationen das Überleben sichern kann – die Fähigkeit, Situationen a priori als gefährlich einstufen zu können und Strategien zu entwickeln, um diesen Situationen auszuweichen, ist unbestritten eine wichtige kognitive Kompetenz, die im Menschen tief verwurzelt ist.

Allerdings ergeben sich auch Situationen, in denen das Eingehen eines Risikos bzw. eines Konflikts sich als vorteilhafter erweist, als diese zu vermeiden. Die Psychologie spricht hier vom Appetenz – Aversionskonflikt (nach Lewin, 1931). Dieses Prinzip lässt sich im zwischenmenschlichen Leben beschreiben: sich nicht der Mehrheit anzuschließen, nicht entsprechend der Vorstellungen und Erwartungen anderer zu verhalten, versetzt einen in eine exponierte Situation. In weiterer Folge kann aber eben ein solches Verhalten dazu führen, als starke, intelligente, integere etc. Person betrachtet zu werden.

Da ein solches Agieren mit einem Risikofaktor verbunden ist, wird es auch als ein Zeichen der Stärke verstanden. Stärke wiederum ist ein wichtiges männliches Attribut, das von Frauen als attraktiv wahrgenommen wird.

Literatur:
Lewin, Kurt (1931): Die psychologische Situation bei Lohn und Strafe. Leipzig.
Miller, N. E. (1951): Learnable drives and rewards. In S. S. Stevens (Ed.). Handbook of experimental psychology. New York. pp. 435-472.