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Lebensglück und Partnerschaft
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Zusammenfassung:
Eine glückliche Partnerschaft wirkt als Präventivfaktor für psychische und physische Erkrankungen. Insbesondere unfreiwillige Single-Männer sind von den negativen Konsequenzen der Partnerlosigkeit betroffen. Unterschiede zwischen Singles und Paaren bestehen in der Lebenszufriedenheit, Lebensdauer, der Gesundheit und in wichtigen Persönlichkeitsaspekten. Die „Gewinner“ sind zusammen lebende, glückliche Paare. Es gibt einige Unterschiede zwischen Singles und Paaren in Bezug auf ihre Lebenszufriedenheit, ihre Persönlichkeit und auch Gesundheit (Küpper, 2003). Es wird oft argumentiert, dass es einerseits den unfreiwilligen Single-Typ (vgl. Shostak, 1987) gäbe, andererseits den, der das Single-Leben aus vollen Zügen genieße (z.B. Darrington, Piercy & Niehuis, 2005). Nach Küppers (2003) Befunden ist allerdings davon auszugehen, dass es sich bei diesem „überzeugten Single“ um eine Fiktion handelt. Selbst freiwillige Singles wünschen sich in Wahrheit eine Beziehung. In ihrer Untersuchung verglich sie freiwillige und unfreiwillige Singles einerseits und verheiratete sowie nicht-verheiratete Paare andererseits. Sie kam zu folgenden Ergebnissen:
Wohlbefinden von Singels
Eine stabile Partnerschaft ist der wichtigste Faktor für das Wohlbefinden. „Die Ehe wirkt sich bei Frauen vor allem auf das psychische Wohlbefinden, bei Männern auf das physische Wohlbefinden aus.“ (Küpper, 2003, S. 87) Dieses Ergebnis ist nicht überraschend. Ornish (2005), Medizinprofessor an der Universität von Californien, bekennt in Bezug auf den Faktor Einsamkeit: „I’m not aware of any other factor in medicine – not diet, not smoking, not exercise, not genetics, not drugs, not surgery – that has a greater impact on our quality of life, incidence of illness and premature death.” Eine glückliche Partnerschaft ist somit nicht nur bester Garant für allgemeines Wohlbefinden, sondern auch Präventivfaktor gegen psychische und körperliche Erkrankungen. Partnerlose sind nach Küpper (2003, S. 87) dabei am unglücklichsten von allen und fühlen sich am einsamsten. Sie stellen somit die größte Risikogruppe für gesundheitliche Probleme dar. Zusammen lebende Paare sind dagegen die „glücklichen Gewinner“ an oberster Spitze.
Big Five Persönlichkeitsmodell
Es wurden auch die bekannten „Big Five“ (Allport & Odbert, 1936) der Persönlichkeit bei Singles und Paaren untersucht, um zu sehen, ob es Unterschiede in der Persönlichkeit dieser beiden Gruppen gibt. Das Big-Five-Persönlichkeitsmodell geht davon aus, dass Menschen sich hinsichtlich fünf Persönlichkeitsmerkmale wesentlich voneinander unterscheiden: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Es zeigten sich für Singles und Paare bei zwei der fünf Faktoren signifikante Unterschiede: Neurotizismus und Verträglichkeit (Küpper, 2003). Singles weniger optimistisch
„Sie wirken auf ihre Mitmenschen manchmal weniger liebenswürdig, da mit ihnen nicht immer „gut Kirschen essen“ ist und sie sich nicht unbedingt so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird.“ Das hört sich danach an, als wäre bei Singles oft etwas an Persönlichkeitsarbeit zu leisten, um die Chancen zu erhöhen, zu einer glücklichen Beziehung zu finden. Singles scheinen über eine gewisse Eigenwilligkeit und Unberechenbarkeit zu verfügen, während sie auch „weniger optimistisch, kritischer, spontaner und stiller“ sind als Paare (Küpper, 2003, S. 91) Singles haben weniger SexZuletzt sei noch angemerkt, dass Singles weniger Sex als Paare haben (Küpper, 2003). Singles greifen bevorzugt auf bekannte Sexualpartner zurück (Schmidt & Dekker, 2000), vor allem die Frauen, und bevorzugen rein sexuelle Beziehungen gegenüber One-Night-Stands (Schiftan, 2006).
Bachmann, R. (1992). Singles. Frankfurt a.M.: PeterLang. Darrington, J., Piercy, K. W. & Niehuis, S. (2005). The Social and Cultural Construction of Singlehood among Young, Single Mormons. The Qualitative Report, 10 (4), 639-661.
Küpper, B. (2003). Was unterscheidet Singles und Paare? In I. Grau & H. W. Schiftan, D. (2006). Sexualverhalten in der deutschsprachigen Schweiz. Kurzbericht zur Lizenziatsarbeit. Universität Bern. Schmidt, G. & Dekker, A. (2000). Seriell monogam, seriell allein. Beziehungsbiografien im dritten Lebensjahrzehnt. In Kinder der sexuellen Revolution. Kontinuität und Wandel studentischer Sexualität 1966-1996. Eine empirische Untersuchung (Beiträge zur Sexualforschung, Bd. 77). Giessen: Psychosozial. Shostak, A. B. (1987). Singlehood. In M. B. Sussman & S. K. Steinmetz (Eds.), Handbook of Marriage and the Family (p. 355-367). New York: Plenum Press. Ornish, D. (2005). Love is Real Medicine. Newsweek, Oct. 17, p. 43.
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